Alltag
13. 09. 2025 ||| EIGENTLICH ist das Wort der Saison.
Eigentlich wollten wir nämlich in diesem Sommer so einiges machen, nach Österreich fahren, nach Holland fahren, Ausflüge machen, aber:
Herrchen hat sich den Unterkiefer operieren lassen und hat eine dicke Backe, weil der Knochenaufbau länger dauert, als er gedacht hat; Frauchen hat sich einen Lendenwirbel gebrochen und darf nicht lange im Auto sitzen, sich nicht strecken und sich nicht verdrehen.
So habe ich den ungewöhnlichsten Sommer meines Lebens erlebt: Frauchen lag oft ruhig im Garten neben meinem Schattenplätzchen und hat ein Buch nach dem anderen gelesen, während sich Herrchen mit der Ausrede, dass Windows10 jetzt endgültig unsicher werde, einen neuen Rechner gekauft hat und gleich ein neues NAS-System dazu, so dass er [wie immer] jeden Tag am Schreibtisch beschäftigt ist, um alles neu einzurichten.
Mir bleibt da nur, die Ruhe zu genießen, zwischen Garten und Arbeitszimmer zu pendeln und mich ab und zu unterwegs von Fremden ansprechen zu lassen mit Worten wie: Na, Du bist ja ein ganz Schöner!
Ich bin halt wie Wein: wenn ich ruhig rumliegen darf, werde ich immer besser!
Linz, Oberösterreich
17. 12. 2025 ||| Die zweite Adventwoche haben wir in diesem Jahr in Linz an der Donau verbracht.
Statt aus dem Fenster Kaninchen im Damper Garten oder Eichhörnchen im Meckenheimer Garten zu beobachten, konnte ich hier die Menschen unten auf dem Weihnachtsmarkt vor dem Linzer Dom beobachten.
Die Woche fing für mich optimal an, denn als ich am ersten Abend im Restaurant unter dem Tisch lag, ließ am Nebentisch ein junger Schweizer gleich mal ein Stückchen seiner Weißwurst auf den Boden fallen, und bevor meine Menschen es verhindern konnten, hatte ich es mir schon geschnappt. Gut gestärkt habe ich mich dann wieder unter den Tisch gelegt. Da kam mit lautem Lärm der Krampus zu uns ins Lokal und an den Tisch. Seine teuflische Maske mit den großen Hörnern konnte ich nicht sehen, aber seinen zotteligen, bodenlangen Fellmantel konnte ich gut riechen und der Lärm seiner Schellen auf dem Rücken war meilenweit zu hören. Da Herrchen aber seine Beine nicht bewegte, bin ich auch einfach ruhig unter dem Tisch sitzen geblieben; das hat die anderen Gäste im Lokal ganz schön doll beeindruckt!
Da die Stadt unheimlich voll mit Menschen war, die sich abends in den Lokalen zu Weihnachtsfeiern trafen, bin ich nur mittags die Runden über die Weihnachtsmärkte mitgegangen. Abends hat mich mein Rudel dann allein auf dem Zimmer gelassen und ist zu seinem Lieblingsinder und in das irische Pub mit dem englischen Namen Chelsea gegangen, bevor ich dann nochmal auf die Spätrunde mit durfte.
So war die Woche trotz vorweihnachtlicher Hektik bei den Zweibeinern für mich eine altersgemäß erholsame.